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Konzerte

Als Rarität im Konzertsaal stand das erste Klavierquartett von Bohuslav Martinu im Mittelpunkt, das 1942 bei einem Aufenthalt auf Jamaica entstanden ist. (…) Dem Werk merkt man die karibische Atmosphäre, in der es entstand, nicht an. Allenfalls könnte man das fulminante, motivisch streng durchkomponierte Tutti des Kopfsatzes als vehemente Gegenreaktion auf jede Form von insularem „liming“ sehen: Tief gräbt der Komponist hier im musikalischen Kontext europäischer Manier, thematisiert gewissermaßen eine geradezu verzweifelte Entfesselung aus den Weltwirren seiner Zeit. Aus der Musik spricht eine deutliche Sehnsucht nach der alten Heimat. Dem steht ein zunächst nur von den Streichern sehr klangintensiv verwirklichtes „Adagio“ gegenüber, das eigentliche Kernstück des Werks, dem ein munterer Finalsatz folgt. Die Musiker des Artis Piano Quartet zeigten sich als ebenso impulsiv wie differenziert gestaltendes Ensemble, das sich überaus kompetent für Martinu einsetzte. Diese Ensemble-Qualitäten steigerten sich noch in Brahms’ A-Dur-Quartett op. 26, das die Stuttgarter mit einer enormen Ausdrucksskala und musikalisch auf hohem Niveau wiedergaben. Das sanfte Farbenspiel der Streicher im zweiten Satz blieb dabei besonders nachhaltig in Erinnerung, ebenso aber die innige Emphase des Eröffnungs- und des Finalsatzes.“ (Matthias Roth, Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg, 17.09.2015)

Mit Tiefgang und purer Lebensfreude

Alpirsbach. Zum Abschluß der Konzertsaison im Kreuzgang des Alpirsbacher Klosters war ungetrübtes Schwelgen in feingliedriger Kammermusik angesagt. (…) (Frank) Bridge, außerhalb Großbritanniens meist nur als Lehrer von Benjamin Britten bekannt, hat mit der „Phantasy“ ein klassisch-formvollendetes Werk geschaffen, dessen leicht melancholische Eleganz das Artis Piano Quartet anrührend zum Tragen brachte. Das Ensemble verbindet spieltechnische Präzision und Strahlkraft, Tiefgang und pure Lebensfreude. Die vier spieltechnisch mit allen Wassern gewaschenen Musiker kosten die melodischen Feinheiten des in mäßigem Tempo gehaltenen ersten Satzes genüsslich aus und zeigen im Allegro vivace auch Freude an rhythmischer Beweglichkeit. Federleicht und virtuos geht die Pianistin zu Werke. Sie spielt zurückhaltend aber unüberhörbar, mit festem, plastisch formendem Anschlag, und ordnet den Part ihres wuchtigen Flügels gleichberechtigt in das filigrane Streichergeflecht ein. Weitgeschwungene, oft chromatisch aufgeraute Melodien tupft Hiroko Atsumi hauchzart hin. (…)Besonders ansprechend gerät der sanft dahinfließende Schluß.

Eine Seltenheit in Konzertprogrammen ist auch das Klavierquintett Nr.1 in a-moll der französischen Komponistin Louise Farrenc, einer Zeitgenossin Schumanns und Chopins. (…) In den schnellen Sätzen brilliert Hiroko Atsumi mit virtuosen Tastenläufen. Auch bei abruptem Tempowechsel wirkt das Zusammenspiel der fünf renommierten Solisten nie angespannt, sondern stets aus einem Guss.

Franz Schuberts Klavierquintett in A-Dur, das „Forellenquintett“ kam klangselig, süß und berückend schön daher. Die Pianistin Hiroko Atsumi ließ die Triller im einleitenden Allegro vivace nur so rieseln und rauschen. Empfindsam tönte das Ensemble den nachdenklichen Mittelteil, das Andante, ab, um dann im Scherzo umso beherzter den Tanz (…) zu eröffnen(…). Virtuos und temperamentvoll kostete das Quintett die melodischen Feinheiten und rhythmischen Kapriolen der fünf Variationen aus – quicklebendig und mit einer Spielfreude, die sich unaufdringlich, aber nachhaltig auf das Publikum übertrug.“

(Claus Wiegert, Schwarzwälder Bote, 3.8.2015)

ARTIS PIANO QUARTET – eine Klasse für sich
Spielkultur auf allerhöchstem Niveau in Glindfeld … Ein Kammermusikensemble auf dem Zenit … Breite Vielfalt von Klangfarben … Einzigartiger Hörgenuss.
(Armin Hennig, WLZ, 11.03.2014)

Ein starker Auftakt
Das Klavierquartett von Martinu wurde der Höhepunkt dieses Wiedersehens im Chiemgau. Mit ungeheurer Energie verlebendigten die vier Musiker (…) die motorisch-kantige Rhythmik und polyphone Dichte. (…) Höchst intensiv und agil wurde die kühne Partitur von den vier Musikern durchdrungen, um packende Hörerlebnisse zu schenken.
(Marco Frei, OVB, 15.05.2013)

Beethovens Klavierquartett Es-Dur op. 16 bot das Ensemble in elegant-leichter Bewegung dar, hielt hierbei vorzüglich die Balance. Die Interpretation zeugte von einer klaren Handschrift, ließ sich formal kaum anschaulicher vorstellen, so deutlich artikulierten und phrasierten die Musiker. Die durchsichtige Musizierweise behielt das Ensemble hier (in Bohuslav Martinus Klavierquartett) bei und führte klangliche Verdichtungen und Steigerungen prägnant vor Augen. Ernste, düstere Stimmung erfüllte vom ersten Takt an im eröffnenden Allegro aus Johannes Brahms’ Quartett c-moll op. 60 den Saal. Die Interpretation erwies sich als dramaturgisch durchdacht – von zarten lyrischen Momenten bis hin zu geballten Höhepunkten.
(Sascha Jouni, Gießener Allgemeine, 05.10.2012)

Geschärft und gestochen klar
(Im Klavierquartett d-moll von William Walton) … waren die vier Musiker scheinbar in ihrem Element und sprühten nur so vor spielerischer Begeisterung. Das für Walton so typische Abspalten von Motivzellen und anschließender exzessiver Betonung reflektierte das Artis Piano Quartet mit der nötigen Unruhe. Die technischen Schwierigkeiten wirkten mühelos, die Interpretation schlüssig und werkgerecht, die heikle Intonation und rhythmischen Vertracktheiten waren für die Künstler offensichtlich problemlos und: eine meisterliche Darbietung und Gestaltung. (Robert Schumanns Klavierquartett Es-Dur op. 47) … fesselte als Abschluss-Stück aufgrund einer schlüssigen, stark romantisch angehauchten, aber dennoch sehr transparenten Darstellung. Während des gesamten Spiels pflegte das Quartett gemeinsam zu atmen, zu singen, zu phrasieren. (…) Das Quartett stellte sich den Ansprüchen dieser Kammermusik rückhaltlos und mit großer Präzision im Zusammenspiel. Der eher geschärfte Klang des Quartetts ließ die Konturen der Musik klar hervortreten. (…) Deutlicheres Quartettspiel kann man sich kaum vorstellen.
(RZ, 23.05.2012)

„Das Klavierquartett von Aaron Copland, dem unumstrittenen Komponisten der amerikanischen Moderne, fand in dem „Artis Piano Quartet“ musikalisch und technisch versierte Interpreten. Ihre Musik klang anfangs kühl, beinahe asketisch, dann aber, im zweiten Satz, wechselte sie in eine intensive Expressivität über – wie in einem Kaleidoskop, voller Farben und Formen. Das Farbenspiel endete in den wunderschönen, immer leiseren Flageolett-Tönen. Der dritte Satz klang elegisch, gespielt mit schönem, gesättigten Ton. (In Brahms’ Klavierquartett c-moll op. 60) … sangen die Streichinstrumente betörend und intensiv, das Klavier untermalte subtil ihre langen, schön geführten melodischen Linien, die allmählich in einen musikalischen Kraftakt übergingen, reich an Emotionen und Klangfülle.“
(Maria Kosowska-Németh, Schwarzwälder Bote, 22.11.2010)

„Romantisch innig wurde der Abend mit dem Klavierquartett op. 2 in f-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy eröffnet. Die prägnante Artikulation der Streicher und der perlende Anschlag der Pianistin gefielen. Überdies dominierte eine zarte Intonation und ein transparentes Klangbild den flüssigen Vortrag. (…) Intensiv und voller Gefühl spielte das Quartett Paul Juons „Rhapsodie“ d-moll nach Selma Lagerlöfs Roman „Gösta Berling“, das spannende spätromantische Werk, das streckenweise wie ein Psychogramm des Titelhelden anmutete. Die Vielfalt der Klanqualitäten, das ekstatische Aufblühen der Musik und die perfekte Instrumentenmischung waren lobenswert. Klangfarbenreichtum und Leidenschaft bestimmten auch Dvoráks Klavierquartett Nr. 2 op. In Es-Dur. Hier trumpften die brillanten Musiker nochmal mit allem Können auf.“
(Wetzlarer Neue Zeitung, 29.02.2008)

„Das internationale „Artis Piano Quartet“ … bestach durch technisch ausgefeilte, bemerkenswert kreative Interpretationsweise. So wirkte das Zusammenspiel im Kopfsatz von Mendelssohn-Bartholdys Klavierquartett op. 2 f-moll stets harmonisch, in Tongebung und Artikulation fein aufeinander abgestimmt. Überdies beeindruckte die formal durchsichtige Gestaltung. Äußerst innig und kantabel , mit sanft geschwungenen Melodiebögen brachte das Ensemble das folgende Adagio zu Gehör; zur bezaubernden Anmut trug das farbige, fein ausgewogene Klangbild bei. Optimistische Stimmung verbreitete das Finale mit dem ungestüm aufwärts springenden Thema. Hier ließ wieder die musikalische Subtilität aufhorchen – das Quartett hielt allen Verlockungen stand zu hetzen, wählte vielmehr ein mäßig schnelles Tempo, wodurch die elegante Faktur transparent zu Tage trat. (…) In Paul Juons „Rhapsodie“ d-moll musizierte das Ensemble durchweg rhythmisch akkurat und bewies feines Gespür für die formale Komplexität. Konventioneller aufgebaut ist Dvoráks Quartett Es-Dur op. 87, doch gibt es auch hier überraschende Wendungen, etwas in der Harmonik des ersten Satzes. (…) Am ungewöhnlichsten mutet das Scherzo an: ruhig der Rahmenteil, rasch bewegt hingegen das vitale Trio – die gewohnte Abfolge ist vertauscht. Hier raubte die virtuose, bis ins letzte Detail durchdachte Musizierweise ebenso den Atem wie im energischen, mit packendem Schwung und in großer dynamischer Bandbreite interpretierten Schlußsatz.“
(Sascha Jouni; Gießener Anzeiger, 28.02.2008)

„(…) Die Melodieführung wechselt in Felix Mendelsohn-Bartholdys Klavierquartett op. 2 f-moll ständig zwischen Streichern und Klavier. So steht die meist fließende und wunderbar präzise gespielte Klavierstimme in ständiger Wechselbeziehung mit den Streicherpartien, die von den Musikern mit beeindruckend gefühlvoller Musikalität gespielt wurden und die dabei gleichzeitig durch virtuose Glanzleistungen überzeugen konnten. Besonders in den eigentlich einfach gehaltenen Tonrepetitionen des zweiten Satzes zeigte sich die Fähigkeit der Musiker, das Publikum trotz einfacher Strukturen durch eindrucksvolles Spiel in ihren Bann zu ziehen. (…) Die „Rhapsodie“ von Paul Juon gibt in seinen drei Sätzen den Musikern viel Raum zur solistischen Entfaltung. Das erstaunlich dramatische aber auch romantische Potenzial wurde vom Artis Piano Quartet in perfekter Intonation und Interpretation präsentiert. Den Abschluß des Abends bildete das Klavierquartett Nr. 2 in Es-Dur op. 87 von Antonin Dvorák. Besonders der erste Satz „Allegro con fuoco“ besticht durch ein faszinierendes Wechselspiel zwischen feurigen und verspielten Passagen, das durch die exzellente Darbietung des Quartetts besonders mitreißend wurde. Der letzte Satz „Allegro ma non troppo“ kündete bereits zu Beginn durch sein erhöhtes Tempo und sein expressives Thema von einem würdigen Finalsatz eines von Leidenschaft geprägten Konzertabends.“ (Gießener Allgemeine Zeitung, 28.02.2008)

„Alfred Schnittkes einsätziges Klavierquartett von 1988 über das Scherzo-Fragment von Gustav Mahler ist authentisch verdichtetes Erleiden. Erlebte und gelebte Vergangenheit wird zu einem Refugium, einem Zufluchtsort vor einer Wirklichkeit, die aus den Fugen gerät. Als Schnittke dieses Werk komponierte, wird er wenig später nach Hamburg übersiedeln: In der Sowjetunion war er als russisch-deutscher Jude mitunter wüsten Attacken ausgesetzt. Eine intensivere Deutung als die des Artis Piano Quartet kann man sich kaum denken. Tatsächlich ist ihr Auftritt … auf Herrenchiemsee zu den bisherigen kulturellen Höhepunkten in der Region zu rechnen. Dieser spannungs- und lehrreiche Nachmittag war zugleich ein besonderes Geschenk. (…) Vor Schnittke gestalteten die vier Musiker Mahlers Quartettsatz a-moll. Ohne Unterbrechung folgte Schnittke, Vergangenes prallt auf Neues – oder anders: Im Diesseits winkt Jenseitigkeit. Dagegen schlug das kaum bekannte erste Klavierquartett „Rhapsodie“ von 1907 des in Moskau geborenen Schweizers Paul Juon die Brücke zu Antonin Dvoráks Klavierquartett op. 87. Mit dichter Einstimmigkeit schwärmt in den Streichern das Pathos, gewaltige Steigerungen lassen orchestrale Klangfülle entstehen: Gerade dies sind zentrale Merkmale der Kammermusik von Dvorák und Brahms. Noch dazu läßt Juon osteuropäische Folklore tanzen und stampfen, und wie in Dvoráks Klavierquartett op. 87 läutet in Juons „Rhapsodie“ eine ausgedehnte Cello-Kantilene den langsamen Satz ein. So wurden äußerst feinsinnige musikalische Entdeckungsreisen geboten; sehr großer Beifall. Und wer die Klavierquartette von Dvorák und Juon zuhause hören möchte, dem seien die CDs der Vier wärmstens empfohlen.“
(Marco Frei; Chiemgau-Zeitung, 24.10.2007)

„Ein großer Abend im Schloß: „Artis Piano Quartet“ Große Emotionen entfaltete das international besetzte „Artis Piano Quartet“ am Sonntag im vorletzten Schloßkonzert der Saison und wurde unter großem Applaus viermal auf die Bühne zurückgeholt. (…) Felix Mendelssohn-Bartholdys anspruchsvolles Opus 2 f-moll an den Anfang eines Abends zu stellen, zeigte sofort: Hier benötigte man kein Einspielstück, sondern ging sofort aufs Ganze. Von der Werkanlage her mit dem führenden Part bedacht, brachte die Pianistin den großen alten Blüthner-Flügel zum Klingen. Beeindruckend aber auch das ausgereifte, aufeinander eingehende Zusammenspiel der drei Streicher, wobei jeder mit besonders klangvollen Motiven hervortrat, sich wieder einordnete und so zu einem wohl ausgewogenen, in sich sehr differenzierten und bei aller Gefühlshaftigkeit doch durchsichtigen Klangbild beitrug. Hier wurde der Geist der Romatik lebendig. (…) Groß war die Überraschung, als sich mit Paul Juons „Rhapsodie“ d-moll nach anfangs ungewohnten Harmonien ein faszinierendes, hochemotionales Werk mit fremdartig volkstümlichen Melodiebögen präsentierte, das übrigens jedem Mitspieler eine Gelegenheit zur Profilierung gab. Eine kraftvolle Musik in entsprechend engagierter Interpretation. Den zweiten Konzertteil füllte mit dem A-Dur Quartett op. 26 von Johannes Brahms ein inhaltlich wie kompositorisch hoch anspruchsvolles Großwerk aus. Und hier zeigten die vier Musiker noch einmal ihre Qualität, und zwar einzeln wie als perfekt eingespieltes Ensemble.“
(WLZ, 12.09.2007)

„Einen außergewöhnlichen Hochgenuß haben am Sonntagabend die Zuhörer im Steinernen Saal des Bad Arolser Schlosses erlebt. In der Reihe „Schlosskonzerte“ spielte das Artis Piano Quartet aus Stuttgart. (…) Die ausnehmende Präsenz und Harmonie, mit der das Artis Piano Quartet sein Publikum in den Bann zog, dürfte das Konzert zu einer Sternstunde der Reihe gemacht haben. Zugleich könnte das Konzert als Beispiel für die verbindende Kraft der Musik gelten. (…) Für dieses Konzert, bei dem man leicht Zeit und Raum vergessen konnte, bedankte sich das Publikum mit tosendem Applaus und wurde mit einer Brahms-Zugabe belohnt.“
(HNA, 12.09.2007)

„Es (Brahms’ Klavierquartett g-moll op. 25) ist ein Werk voller Dramatik und Eigensinn, voller Trauer, Sehnsucht und Schönheit. ARTIS hatte jedes Detail dieses Werkes genau durchgehört. Niemals geriet das Strömen dieser ‘polyphonen’ Musik ins Stocken. Dieselbe Sorgfalt, dieselbe Freude an den Kantilenen und Melodien und am klaren und brillanten Spiel beglückten auch bei den Kompositionen des ersten Konzertteils.“
(HNA, 2000)

„Martinus Klavierquartett Nr. 1 (1942) wurde in subtiler Balance zwischen neoklassizistisch-kühler Eleganz und ejnem fast brachial-motorischen Drive gehalten, wie man ihn von Strawinsky kennt: die beiden Ecksätze hin- und hergerissen zwischen turbulenten Beschleunigungen, maschinenhaft stampfenden Rhythmen und kantablen Einsprengseln, das Adagio ruhig fließend. Besser und schöner kann man diesem stilistischen Tausendfüßler kaum gerecht werden. (…) Auch in Schostakowitschs Klavierquintett op. 47 kamen mit größter Präzision die nahezu unvereinbaren Gegensätze von klassizistischer Form, Bachschen Polyphonien sowie typisch russischen Melodieführungen zur Synthese.“
(Stuttgarter Nachrichten, 1995)

CD 1 (Dvorák/Martinu) Hänssler Classic CD 98.352

„Als Reminiszenz an die große tschechische Kammermusik – Tradition hat das ARTIS PIANO QUARTET Martinus erstes und Dvoráks zweites Klavierquartett sinnfällig miteinander gekoppelt. Die zuverlässige Formation schafft scharf konturierte Klangbilder. Martinus schnörkellose Prägnanz, aber auch der bekenntnishafte Ausdruck in seinem Adagio, einem Lamento, kommen in dieser ausgewogenen Deutung gut zur Geltung. Bei Dvorák, der sich in diesem Werk deutlich an Brahms annähert, gibt es feine, sehr klare Korrespondenzen, atmen die Interpreten gemeinsam.“
(Michael Stenger, Fono Forum, Mai 2000)

„Brüderlich vereint finden sich auf dieser CD zwei der vielleicht größten tschechischen Komponisten mit zwei Werken der gleichen Gattung. (…) Das 1996 gegründete Stuttgarter ARTIS PIANO QUARTET musiziert ebenso engagiert und lebendig wie transparent und kann so mit einer hervorragenden Ensembleleistung aufwarten. Das viersprachige Beiheft bietet kompetente Hintergrundinformationen, und die Tontechniker taten ihr übriges, um diese verdienstvolle Veröffentlichung zu einer rundum empfehlenswerten CD werden zu lassen.“
(Markus Zahnhausen, Klassik heute, Mai 2000)

„Die Gegenüberstellung des zweiten Klavierquartetts von Dvorák und dem ersten von Bohuslav Martinu prägt eine hörenswerte CD des ARTIS PIANO QUARTET (…) Besonders das selten zu hörende Werk Martinus ist bei den Stuttgartern in besten Händen.“
(Pforzheimer Zeitung, 26.05.2000)

„Das Klavierquartett in der Besetzung Violine, Viola, Violoncello, Klavier scheint ein Stiefkind der Kammermusik zu sein. Nun gibt eine CD mit Kompositionen der tschechischen Meister Antonin Dvorák und Bohuslav Martinu Gelegenheit, sich mit diesem Genre anzufreunden. (…) Es musiziert das Stuttgarter Artis Piano Quartet (…) wahrhaft international und großartig.“
(Hans Peter Altmann, Sächsische Zeitung, 11.05.2000)

„Stuttgart’s ARTIS PIANO QUARTET (…) offers exciting, pointed readings of piano quartets by Dvorák (op. 87) and Martinu (no. 1).“
(Turok Choice, Issue No. 110, April 2000)

„VIER MIT KLAVIER – in Ehren: Martinu und Dvorák – Das 1996 gegründete ARTIS PIANO QUARTET bestehend aus der japanischen Pianistin Hiroko Atsumi und drei Streichern des SWR-Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart, setzt sich schwungvoll und hellhörig für das kostbare Fundstück (Martinu) ein. Zu Recht: Es hat einen Ehrenplatz im Repertoire längst verdient. Anders als Martinu ist Dvorák ein Liebling des Musikbetriebs. Auch sein zweites Klavierquartett op. 87 von 1889 ist ein Favorit der Kammermusiker. Das ARTIS PIANO QUARTET spielt den Viersätzer schroffer, dadurch konturierter als anderswo üblich. Auf diese Weise lädt es die Spannungen auf. Enthusiasmus und Feingliedrigkeit halten sich ausbalanciert die Waage.“
(Ellen Kohlhaas, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07/2000)

„The 1942 Martinu work is the rarity and the reason someone would buy this. The Dvorák has been recorded quite a bit, and this is a fine recording. The Martinu takes about 26 minutes, and it sounds like Martinu with lots of busy bow work behind many a theme (that constant ostinato). The last movement even has a piano cadenza as if it were a concerto. If you like Martinu, this is not a negligible work. The sound here is excellent, and the musicians seem to have the bright cheerfulness, the music requires.“
(AMERICAN RECORD GUIDE)

„Op 98. 352 staan Bohuslav Martinu Piano Quartet Nr. 1 en Dvoráks Piano Quartet Nr. 2 op. 87 in E fl at major. ARTIS PIANO QUARTET. Volksmuziek komt in brede mate voor in hun muzikale ‘vertellingen’ en hoewel dat van Dvorák uit 1889 stamt en dat van Martinu uit 1942zijn de overeenkomsten talrijk. Frisse muziek sprankelend gespeeld door een wel erg overtuigend Ensemble.“
(Note, 20. 03. 2001)

CD 2 (Juon/Dvorák) Profil Medien PH07013

„Feste Klavierquartett-Ensembles sind selten. Dabei kann eine gewachsene Einheit von vier gleichgestimmten Musikern weit besser als projektweise zusammenarbeitende Solisten die Klangkluft zwischen Klavier und Streichern überbrücken. Diese Balance zeichnet auch das Spiel des Artis Piano Quartets aus. Sie taten sich 1996 zusammen (…). Ziel war es, einer Randgattung des Musikbetriebs durchWerkentdeckungen, Kompositionsaufträge und nicht zuletzt eindringliche Deutungen aufzuhelfen. (…) Die Artis-Musiker verbinden bei Dvorak saftig-plastische Tongebung mit Farbenfeinschliff, Enthusiasmus mit Einsicht in den satztechnischen Organismus. Und hier wie bei Juon bleibt kein Klangmoment unerfüllt.“
(Ellen Kohlhaas; F.A.Z., 08.12.2007)

„Dvoraks op. 23 ist zwar das weniger gespielte seiner beiden Quartette, doch immernoch häufiger anzutreffen als Juons erstes Quartett op. 37 mit dem Untertitel „Rhapsodie“. (…) Wie gesagt – außer der gleichen Besetzung verbindet die beiden Stücke wenig miteinander. Doch gerade imstilistischen Unterschied zwischen Dvoraks 1875 entstandenen Werk mit Variations-Mittelsatz und Juons 1907 komponierten Quartett kann auch ein Reiz liegen. Juon darf als spätromantischer Komponist bezeichnet werden, der hier und da zwar klangliche Härten nicht scheut, aber stets der Tonalität treu bleibt. Die vier Musiker des Artis Piano Quartet verstehen es, das polyphon verästelte Werk in seiner ganzen Vielfalt darzustellen, wobei vor allem Pianistin Atsumi zu loben ist, die sich nicht (…) in den Vordergrund drängt. Gerade im verspielten „Allegretto“-Mittelsatz entsteht so ein fein ausgehörtes Zusammenspiel , während das Finale, ein elegisches „Sostenuto“ mit kurzen heiteren Einsprengseln, dem Komponisten zu lange geraten ist. (…) Auch Dvoraks Werk weist die eine oder andere Länge auf, zeigt den Komponisten aber als Meister der Variation und als behutsamen Tondichter, der allen vier Instrumenten ihr Recht einräumt. Die genannten Vorzüge in der Interpretation des Artis Piano Quartet gelten auch hier: Ein sorgfältig aufeinander abgestimmtes Spiel prägt die drei Sätze, in den Variationen kann auch die von Pesthy gespielte Viola, oft das Stiefkind in einem Klavierquartett, hervorragend zur Geltung kommen.“
(Michael Loos; www.klassik.com, 13.09.2007)